| Linking und Reflektoren |
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Das D-Star System bietet verschiedene Möglichkeiten, über den eigenen Repeater hinweg eine Verbindung zu tätigen. - Call Sign Routing Die beiden ersten Punkte habe ich auf unserer Homepage schon erklärt, werde dies aber hier im Sinne einer Übericht nochmals machen.
Call Sign Routing Beim Call Sign Routing (Rufzeichen Routing) wird ein bestimmter Teilnehmer im D-Star Netzwerk aufgerufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Teilnehmer sich auf dem gleichen Repeater befindet wie der aufrufende Teinehmer. Das System sucht sich den Weg zum Ziel selber. Der gerufene Teilnehmer muss aber an einem Repeater im D-Star Netzwerk angemeldet sein, d.h. mindestens einmal die PTT Taste gedrück haben, damit das System weiss, wo sich dieser Teilnehmer befindet, ähnlich dem GSM Netz, wo sich das Handy automatisch bei der besten Zelle anmeldet oder im Ausland an das fremde Netz. Nur dass wir Funkamateure dies manuell tun müssen, weil unsere Geräte nicht selbständig senden (einbuchen) dürfen. Der Teilnehmer muss in jedem Fall zuerst eine D-Star Registrierung gemacht haben (einmalig). Das sollte man bei einem lokalen D-Star Betreiber beantragen. Das System muss die Rufzeichen kennen, sonst klappt das ganze nicht. Bei unserem Repeater, HB9AW, kann man sich online dafür registrieren lassen. UR: HB9TRT
Slash Routing Das Slash Routing funktioniert ähnlich wie das Call Sign Routing, es wird aber nicht eine genau definierte Station aufgerufen, sondern ein Repeater spezifisch angewählt. Das Slash Routing wird benutzt um ein CQ Aufruf auf einen speziellen Repeater zu machen, beispielsweise möchte man einen CQ Ruf in der Zentralschweiz tätigen, dann programmiert man unter UR das Rufzeichen unseres Rerpeaters mit einem / (Slash) zu Beginn. Das sieht dann so aus: /HB9AW C (für das 2m Modul) Wichtig: Das Modul (C oder B) muss immer an der achten Stelle stehen. Egal was zuvor steht. Hat das Rufzeichen 6 Stellen, dann verschwindet der Leerschlag! Beispiel: /HB9IACC für den Repeater HB9IAC und dem Modul C. Bei kürzeren Rufzeichen gibt es entsprechend mehr Leerschläge.
Module Linking Das Module Linking verlinkt (koppelt) ein Repeater mit einem anderen. D.h. die gesamte Kommunikation, egal ob der OM Routing oder andere Funktionen eingeschaltet hat wird automatisch zum gelinkten Repeater weitergeleitet und da per HF ausgesendet. Das ganze natürlich auch umgekehrt. Damit hat man die Möglichkeit grössere Runden aufzubauen, ohne dass jeder darauf achten muss, dass alles korrekt eingegeben ist, d.h. dass das Routing auch funktioniert. Mit dem Module Linking muss vorsichtig umgegangen werden. Nicht jeder Sysop liebt diese Funktion. Es wäre also sinnvoll sich mit dem Betreiber in Verbindung zu setzen, ob man das auch darf. Denn läuft ein charakteristisches LokalQSO auf dem einen Repeater, werden die Stationen auf dem Anderen Repeater ebenfalls damit beglückt, obohl es die vielelicht nicht interessiert. Ihr Repeater ist dadurch aber trotzdem belegt und kann nicht für lokale QSO's auf der anderen Seite benutzt werden, bis dieser Link aufgetrennt wird. Einen Link aufbauen kann man über den Eintrag unter UR: RepeaterModulL Also ich möchte den Repeater OE6XKG B mit unser Repeater verbinden, dann steht in der Zeile UR: OE6XKGBL. Einmal die PTT Taste drücken und der Repeater wird gelinkt. Eine Audioansage in Englisch gibt bekannt, ob es geklappt hat. Danach muss dieser Eintrag wieder auf CQCQCQ gewechselt werden, da sonst bei jedem PTT Druck wieder versucht wird die bestehende Verbindung nochmals zu verbinden. Um Das ganze aufzuheben muss man die Repeater "unlinken". Das macht man wieder über den Eintrag in UR: .......U Also nur der Buchstabe U an der achten Stelle. Die Punkte kennzeichnen Leerschläge. Dann wie beim Linken einfach einmal die PTT Taste drücken und das Linking wird aufgehoben. Anmerkung: Jeder Sysop (Betreiber eines Repeaters) kann diese Funktionen einschränken oder für den normalen Benutzer sperren. Dies wird er jedoch nur machen, wenn sich die Benutzer nicht an die Regeln halten und Störungen des normalen Betriebs auslösen. Simpel gesagt "damit herumspielen". Solange man diese Funktionen sinnvoll benutzt und dadurch schöne Runden entstehen wird niemand etwas dagegegen haben. Reflector Linking Reflektoren sind wie Chaträume. In der Regel sind an einem Reflector mehrere Repeater oder auch Hotspots und Dongle User verbunden. Verbindet man also den heimischen Repeater mit einem Reflector, dann werden alle QSO's auf diesem Repeater auch auf den Reflector übertragen und somit auf alle anderen am Reflector angeschlossenen Repeater, Hotspots oder Dongles. Hier ist es also noch wichtiger, dass lokale QSO's von geringem Interesse für die Allgemeinheit nicht geführt werden sollen, wenn der Refloctor angebunden ist. Allgemein sollte man sich kurz halten und keine stündigen QSO's mit nur einem Partner führen, da wie beim Module Linking alle Repeater blockiert werden. Bei HB9AW ist dann und wann der Reflector REF006C auf dem 70cm Modul aktiv. Das 2m Modul sollte dazu nicht verwendet werden, es sollte frei sein für lokale Benutzer oder die spezifischen Routing Funktionen (Call Sign Routing und Slash Routing). Der für unsere Gegend interessante Reflector ist der REF006C. Der ist deutschsprachig. Es gibt aber noch viele andere Reflektoren. Ein Reflector wird genauso angebunden wie beim Module Linking beschrieben. Unter UR wird für den Reflector 6 also folgendes eingetragen: UR: REF006CL Das Unlinken des Reflectors geschieht wieder genau gleich wie beim Unlinken eines Moduls mit 7 Leerzeichen und an der achten Stelle ein U. Da beim Reflector Linking das QSO über verschiedene (meist Repeater aus DL oder OE) ausgesendet werden, sollte man sich nicht unbedingt in schweizerdeutsch unterhalten. Auch längere QSO's mit lokalem Charakter sind nicht erwünscht. Es sollte eine Art Kontaktmöglichkeit bieten um neue YL's oder OM's kennenzulernen, welche sich nicht in der unmittelbarer Umgebung befinden, ähnliche einem CQ Ruf auf der Kurzwelle. Auch sollte man keine allzulangen QSO's führen und bei der Mikrofonübergabe ein paar Sekunden warten, damit eine allfällig wartende Station auch die Möglichkeit hat sich ins QSO einzuschalten. Auch diese Funktion kann ein Sysop deaktivieren, sollte damit Unfug betrieben werden. Also alles mit dem notwendigen Anstand, wie übrigens auch auf allen anderen QRG's üblich, aber leider nicht immer eingehalten wird. Module Linking und Reflector Linking sind keine Grundfunktionen der ICOM Gateway Software. Diese werden erst zur Verfügung gestellt, wenn ein Sysop die Zusatzsoftware dplus (von Robin Cutshaw, AA4RC) installiert hat. Leider machen dies nicht alle Sysops, ich gehe davon aus, dass sie dafür ihre Gründe haben. Es ist schliesslich die Entscheidung des Betreibers ob er diese Zusätze wünscht oder nicht. In HB sind meines Wissens die Repeater HB9BO und HB9F nicht mit dplus ausgerüstet. Somit ist weder Modul Linking noch Reflectorlinking auf diesen Repeatern möglich. Leider auch keine DV-Dongles oder Node Adapter Connects. Das ganze Routing und Linking wird in der Präsentation von Reto Meyer (HB9TRT) auch noch bildlich dargestellt für das bessere Verständnis. Die Präsentation kann hier abgerufen werden.
Multicast Eine weitere interessante Funktion ist das Multicasting. Dieses Funktion wird nicht wie die anderen Mehrfachlinkings von DPLUS unterstützt sondern von der G2 Software von ICOM direkt. Multicasts können vom System Operator definiert werden und sind nicht von einem Server System wie die Reflektoren abhängig. Doch genau da liegt auch die Problematik dieser Linking Funktion. Alle sich im Multicast befindlichen Repeater müssten eigentlich die gleichen Definitionen enthalten. In diesem Fall würde das Multicasting fast gleich funktionieren wie ein Reflektor. Doch der Aufwand für den Benutzer ist etwas grösser und alle System Operatoren müssen am gleichen Strick ziehen. Das ist leider nicht immer einfach. Das Multicasting kann aber auch anders genutzt werden. Wir haben vor einiger Zeit Tests damit gemacht, dies jedoch nicht veröffentlicht. Im Moment haben wir einige solche Multicasts eingerichtet. Einen davon geben wir vom Relais Sursee Team nun für Tests frei. Was kann man nun damit erreichen? Falls ein CQ Ruf keinen Erfolg bringt, kann man einmal einen Multicast Aufruf ausprobieren. Unter dem "Rufzeichen" HBDEU haben wir alle deutschschweizer Repeater zusammengefasst, wobei Repeater mit 2 Modulen nur einmal vorkommen (Beispiel HB9BO nur das B Modul). Anwendung: In UR gibt man als Rufzeichen folgendes ein /HBDEU Danach kann mit dem normalen Aufruf begonnen werden. Der Aufruf sollte nun auf jedem D-Star Repeater der Deutschschweiz zu hören sein. Für die korrekte Betriebstechnik sollte man durchgeben, dass man über das Gateway von HB9AW ruft. So kann der der Partner erkennen, dass es sich nicht um eine lokale Verbindung handelt sondern um eine Gateway Verbindung und kann das Rufzeichen übernehmen. Falls dieser dann antwortet sollte man ebenfalls möglichst schnell sein Rufzeichen übernehmen und kann so das QSO weiterführen. Aus dem Multicast Aufruf wird so ein QSO per Call Sign Routing. Warum sollte nun das Rufzeichen übernommen werden? Das ist relativ einfach, denn solange der Mutlicast im UR steht, würde der eigene Durchgang im QSO immer noch auf alle angeschlossenen Repeater ausgesendet. Das wäre nicht sinnvoll und würde die anderen Repeater unnötig belasten, denn sie hören die Gegenstation nicht. Als Erinnerung: Das Rufzeichen wird beispielsweise bei einem IC-91/92 über die Taste CALL (rechts unten) mit einem Druck länger als eine Sekunde übernommen, beim ID-880 über die Taste CS(RX->CS) ebenfalls länger als eine Sekunde gedrückt halten.
HB9TRT, 29. März 2010
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