Bedienung D-Star

Damit unser D-Star Repeater erreicht werden kann, müssen einige Parameter im eigenen D-Star Gerät oder D-Star Adapter (siehe auch unsere Bauanleitungen) richtig konfiguriert werden.

Mit D-Star können nicht bloss lokale QSO's gefahren werden, es können auch Verbindungen ausserhalb unseres Repeaters und Area gemacht werden. Damit das funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Auch ist es notwendig, ein wenig über die Netzstruktur von D-Star zu wissen. Unsere D-Star Area besteht im Moment aus dem Repeater HB9AW  C. Dieser ist über das Gateway HB9AW  G am Internet und somit mit den anderen Areas verbunden. Eine kleine Skizze sollte dies etwas verdeutlichen:

D-Star-Netz

D-Star unterstützt eine Art "Roaming" wie man das vom einem GSM Handy Netz her kennt. Nur meldet sich unser Funkgerät nicht automatisch bei einer D-Star Area an, sondern wir müssen die Frequenz und einige Parameter selber einstellen. Diese Daten lassen sich jedoch bei jedem mir bekannten D-Star Gerät oder Adapter auch komfortabel abspeichern, so dass ein Wechsel in der Regel ganz einfach geht. Damit man überhaupt diese Art Roaming nutzen kann, muss jedes Rufzeichen einmal bei einem D-Star Gateway angemeldet werden. Für HB3 oder HB9 Rufzeichen kann das bei uns oder bei jedem anderen D-Star Betreiber in der Schweiz gemacht werden. Einige (wie wir auch) bieten die Selbstregistration an. Wer sich bereits bei einem Gateway angemeldet hat, sollte sich jedoch nicht ein weiteres Mal bei einem anderen Gateway anmelden. Das belegt unnötig IP-Adressen, welche dann anderen YL's oder OM's nicht mehr zur Verfügung stehen. Das System funktioniert nicht besser, wenn man sich zwei oder mehr mal registriert. Der Gateway Sysop sollte eine doppelte Registration entdecken und gleich wieder löschen. Das gibt jedoch unnötig Aufwand und jeder kann sich denken, dass der Gateway Sysop die Zeit für wichtigere Sachen benötigt.

Wenn sein Rufzeichen einmal registriert ist, dann steht dem ersten weltweiten D-Star QSO nichts mehr im Weg. Jetzt muss nur noch das Gerät richtig konfiguriert werden. Ich beziehe mich dabei auf unser D-Star System HB9AW.

Handbuch zum Gerät

Eigentlich ist es eine gute Tugend, das Handbuch zum neu gekauften Gerät auch durchzuarbeiten. Etwas, was der Funkamateur normalerweise erst macht, wenn er nicht mehr weiterkommt. Die Funktionen, Doppel- und Dreifachbelegungen der Tasten muss man irgendwann lernen und das findet man halbwegs gut beschrieben in den entsprechenden Handbüchern. Doch das, was über den Gateway Betrieb geschrieben steht, kann man getrost vergessen. Es würde zwar auch so funktionieren, aber keiner macht das heute noch so, zu kompliziert. Ausserdem hätte man die Schöne Gateway Software nicht schreiben müssen.

Grundsätzliches

Jedes D-Star Gerät oder jeder D-Star Adapter haben folgende 4 wichtigen Felder im Bereich "Call" oder "Callsigns":

 

Setting5

 

Setting6

 

Setting7

 

Setting8

 

 

Um einen D-Star Repeater überhaupt ansprechen zu können muss mindestens das eigene Rufzeichen mit oder ohne Rufzeichenzusatz (bitte nicht im gleichen Feld!) , CQCQCQ und der Repeater HB9AW..C (Punkte bitte mit Leerzeichen füllen) angegeben werden. Beim Repeater Rufzeichen ist es sehr Wichtig, dass das "C" an 8. Stelle, also an der letzten Stelle des Feldes steht. Darum sind nach dem Rufzeichen HB9AW zwei Leerschläge einzufügen.

Lokales QSO

Für ein lokales QSO auf dem Repeater HB9AW reicht es im Prinzip, die folgenden Eingaben zu machen. Bei einem IC-91 oder IC-92 sieht das dann wie folgt aus:

 

Setting1

 

Damit ist es nun möglich den Repeater mit Drücken auf die PTT Taste zu öffnen und dieser wird als Antwort folgendes zurückgeben:

 

UR?: HB9AW  C/

 

Damit kann bereits das erste lokale QSO gemacht werden. Auch wird das Rufzeichen auf www.dstarusers.org ersichtlich.

Die Erfahrung mit dem D-Star Betrieb zeigt, dass diese Einstellung nicht verwendet werden sollte. Es gibt inzwischen viele Anwendungen, welche mit dem Gateway verknüpft sind (DV-Dongle, Node-Adapter (Hotspot), Reflektoren und so weiter). Wenn unter R2 kein Gateway definiert ist, dann kann man mit diesen Teinehmern meistens nicht kommunizieren. Man hört sie zwar rufen, aber die Antwort erreicht das Ziel nicht. Darum empfehle ich, immer mit programmiertem Gateway zu arbeiten (nächst folgende Einstellung verwenden).

 

Lokales QSO mit Teilnehmern über das Gateway

Teilnehmer üder das Gateway können auch lokal sein. Dies sind entweder Benutzer von DV-Dongles oder Benutzer welche über eninen Node Adapter mit dem Repeater verbunden sind. Damit diese alle Teilnehmer auf dem Repeater hören können, muss das Gateway auch gesetzt werden. Auf HB9AW wird es in Zukunft solche Simplex Zugänge geben und somit ist es nicht schlecht, wenn das Gateway dauernd gesetzt ist. Das sieht dann so aus:

 

Setting2

 

Eine YL oder OM aufrufen, der sich auf einem andere, unbekannten Repeater aufhält

Die grosse Stärke des D-Star Systems ist das automatische Routing zum richtigen Repeater, beim Aufruf einer YL oder OMs. Selbstredend funktionieren diese Einstellungen auch, wenn sich das aufgerufene Rufzeichen auf dem gleichen Repeater befindet (eingeloggt ist) wie die aufrufende Station. Gehen wir davon aus, HB9DSE befindet sich auf einem mir unbekannten Repeater und ich möchte ein QSO mit ihm beginnen. Dann müssen die Einstellungen auf dem IC-91 oder IC-92 folgendermassen aussehen:

 

Setting3

 

Damit ist es nun möglich den Repeater mit Drücken auf die PTT Taste zu öffnen und dieser wird als Antwort folgendes zurückgeben:

UR?: HB9AW  G/

Am "G" erkennt man, dass das Gateway angesprochen wurde und auch antwortet, daran kann man erkennen, dass die Einstellungen grundsätzlich in Ordnung ist. Ist nun HB9DSE QRV hat er den Anruf gehört und muss seinerseits das Rufzeichen der rufenden Station eingeben. Diesen Prozess wird weiter unten erklärt, wenn ein Anruf beantwortet werden soll. Nun kann das QSO stattfinden, der Rest passiert automatisch. Im Unterschied zu Echolink kann man bei einer D-Star Verbindung kein akustischer Unterschied feststellen. Es tönt immer gleich gut (oder schlecht, das ist Ansichtssache). Somit weiss man auch nicht auf welchem Repeater sich HB9DSE nun gerade befindet. Die Webseite www.dstarusers.org aber gibt Auskunft darüber. Wenn man Zugriff auf einen PC mit Internetanschluss hat, kann man sehen, wo sich HB9DSE befindet.

Nach dem QSO sollte man sich daran gewöhnen das Feld "UR" wieder mit "CQCQCQ" füllt. Beim IC-91 oder IC-92 geht das einfach über die Taste "0" eine Sekunde lang drücken. Wenn das nicht gemacht wird, dann kann es leicht passieren, dass ungewollt auf den entfernten Repeater übertragen wird, auch wenn bloss ein lokales QSO stattfindet, denn solange das Feld "UR" immer noch "HB9DSE" enthält, und sich HB9DSE immer noch auf einem fremden Repeater aufhält (er könnte den inzwischen auch gewechselt haben) findet das Routing immer wieder zu dieser Station. Wenn alle Relevanten Daten in einem Memory Kanal gespeichert sind, dann kann man einen Reset auch so durchführen: Einmal Kanalwechsel und zurück. Dann ist das Feld auch wieder mit den ursprünglichen Daten gefüllt. Denn auch für ein lokales QSO empfehlen wir folgende Einstellungen, welche am Besten mit der Frequenz und dem Versatz auf einem Speicherkanal abgelegt werden:

 

Setting2

 

Damit bleibt ein QSO auch lokal, man ist aber sofort bereit, ein Aufruf aus der Ferne zu beantworten, was nur geht, wenn das Feld "R2" auch das Gateway enthält. Mit dieser Einstellung können auch ev. DV-Dongle Benutzer (YL's oder OM's welche D-Star über einen Computer benutzen) die mit HB9AW verbunden sind mithören. Will man das nicht, füllt man "R2" einfach mit "not use*" Dann bleibt's beim DV-Dongle Benutzer ruhig. Es kann mit ihm aber auch kein QSO gefahren werden.

 

Anrufende Station von einem entfernten Repeater beantworten

Nun kommt das Umgekehrte. HB9TRT wird von HB9DSE, der sich auf einem fremden Repeater befindet gerufen. Damit ich seinen Anruf beantworten kann, muss ich sein Rufzeichen programmieren. Das geht auch wieder sehr einfach mit dem IC-91 oder IC-92. Eine Sekunde lang die Taste CALL/C/RX->CS (rechts unten) drücken und schon wird das Rufzeichen UR: HB9DSE übernommen. Damit kann das QSO begonnen werden. Auch da gilt wider, am Schluss unbedingt wieder mit der Taste "0" auf CQCQCQ zurückstellen.


CQ Ruf auf einen fremden Repeater

Möchte man einen CQ Ruf beispielsweise auf HB9HD machen, ist das möglich, ohne ein OM zu kennen der auf diesem Repeater gerade eingeloggt ist. Dazu muss folgendes eingetragen werden:

 

Setting4

 

Durch den Schrägstrich verschiebt sich das Rufzeichen um eine Stelle nach rechts. D.h. der Abstand zwischen dem Rufzeichen und dem "C" ist nur noch ein Leerschlag, denn das "C" muss immer auf der 8. Position stehen.

Nun kann der CQ-Ruf gemacht werden. Sollte ein OM darauf antworten, muss dieser nur mein Rufzeichen bei "UR" eingeben und die Verbindung ist hergestellt.

Genau gleich kann geantwortet werden, wenn eine YL oder OM einen CQ Ruf auf den Repeater HB9AW macht. Also nur das Rufzeichen übernehmen mit CALL/C/RX->CS (rechts unten) und los geht's.

Andere Geräte

Leider ist das Setup nicht bei allen Geräten gleich. Jedes unterscheidet sich. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, etwas zu tun, das der Funkamateur sowieso nur im Notfall macht: RTFM (gedämpft ausgedrückt: Handbuch lesen Wink). Grundsätzlich funktioniert das aber bei allen Geräten gleich, muss es ja auch.

Automatische Rufzeichenübernahme

Bis jetzt habe ich nicht viel von der automatischen Rufzeichenübernahme gesprochen. Diese Funktion bietet meines Wissens jedes D-Star Gerät an. Auf den ersten Blick eine gute Sache, aber sie birgt auch Unangenehmes. Was genau passiert also, wenn diese Funktion eingeschaltet ist? Das Gerät speichert automatisch das letzte gehörte Rufzeichen im Feld "UR". Damit kann man also bloss die PTT Taste drücken und schon kann mit der entfernten Station gesprochen werden. Tönt ja eigentlich ganz interessant, aber: Das Gerät speichert Rufzeichen sobald es auf Empfang ist, d.h. wenn man nicht gerade daneben steht, kann es sein, dass eine entfernte Station auf HB9AW ein CQ Ruf macht, keiner antwortet ihm (ist leider oft der Fall) doch mein Gerät hat das Rufzeichen gespeichert. Achte ich mich nicht, dann ist "UR" mit einem fremden Rufzeichen besetzt. D.h. ich mach ein lokales QSO und  - meine Übertragung wird irgendwo in der Welt auch noch ausgesendet, denn genau da, wo die Station eingeloggt ist, welche das Rufzeichen besitzt, das unter "UR" gespeichert ist. In der Regel bleibt es bei einem Durchgang, denn mein Gerät wird beim nächsten Durchgang der lokalen Station deren Rufzeichen übernehmen und somit gibt es keinen Anlass mehr, etwas an einen falschen Ort zu routen.

Problematisch wird es aber dann, wenn 3 Stationen im QSO sind. 2 auf HB9AW und eine auf HB9HD als Beispiel. Eine Problematik, die ich selber an einem Samstag erlebte, als ich auf dem Repeater HB9BO war und im QSO mit HB9KAI war. HB9WBU trat ins QSO ein, das Gerät von HB9KAI übernahm sein Rufzeichen und - ja was nun, ich war weg vom Fenster, da HB9KAI nun nicht mehr mein Rufzeichen bei "UR" drin hatte, wurde nicht mehr an HB9BO geroutet und ich hörte nichts mehr, ich wusste nicht mal mehr, wann ich an der Reihe war, denn inzwischen haben beide Geräte (das von HB9WBU und HB9KAI) das Rufzeichen der jeweils anderen Station in "UR" eingetragen. Ja, das QSO war beendet, denn lokale QSO's haben Vorrang vor entfernten. Merkt eine Station dies, dann müsste sie schnell mein Rufzeichen neu programmieren (übernehmen geht ja nicht mehr) und mich aktiv rufen. Aus diesem Grund bin ich von dieser Funktion nicht sehr überzeugt. Funktioniert gut bei 2 Stationen, aber nicht mehr ab einer 3er Runde.

Manuelle Rufzeichenübernahme

Die manuelle Rufzeichenübernahme ist da schon besser kontrollierbar. Alle Geräte haben einen "RX Call Sign" Speicher. Das heisst, die letzten 20 Rufzeichen werden in einen Speicher nach dem fifo Prinzip gespeichert (First in, first out). Dabei werden auch Repeater Rufzeichen gespeichert. D.h. das letzte Rufzeichen ist nicht unbedingt das Rufzeichen des gerade eben gehörten OM's sondern kann auch das Repeater Rufzeichen sein.

Beim IC-91/92 ist die Taste RX->CS dafür zuständig. Sie hat noch weitere Funktionen wie "Call" und befindet sich untern rechts auf der Tastatur. Um die RX->CS Funktion zu nutzen muss die Taste mehr als 1 Sekunde lang gedrück werden. Es gibt nun 2 Möglichkeiten um ein Rufzeichen zu übernehmen.

1. Der OM ist gerade am sprechen, dann genügt ein Druck (länger als 1 Sekunden) auf diese Taste und das Rufzeichen des sprechenden OM's wird in "UR" gespeichert. Danach kann die Gateway Verbindung stattfinden

2. Man hörte einen OM, war aber zu wenig schnell. Man drückt wieder auf diese Taste und lässt sie gedrückt. Mit dem Kanal-Wähler können nun die 20 RX Speicher durchgesehen werden. Wenn das richtig Rufzeichen erscheint, kann die Taste losgelassen werden und das Rufzeichen wird in "UR" kopiert.

Runde über 2 Repeater

Im Kapitel zuvor habe ich schon etwas über ein QSO über 2 Repeater und mehr als 2 Stationen gesprochen. Das ist schon nicht mehr ganz Trivial. Befinden sich beispielsweise einige YL's und OM's auf unserem Repeater HB9AW und einige auf HB9HD, dann macht es meiner Meinung nach Sinn, dass alle YL's und OM's den jeweils anderen Repeater programmieren, so wie das beim CQ Ruf gemacht wird. Also Die YL's und OM's auf HB9AW tragen unter "UR" /HB9HD C ein und die auf HB9HD tragen /HB9AW C ein. Dann hört jeder jeden.

Stimmt etwas nicht?

Auch ich habe noch nicht alle Eventualitäten ausprobiert. Auch gibt es Tatsachen, die man weiss, die ich hier aber nicht aufgeschrieben habe, da sie nicht notwendig sind. Es würde das ganze nur komplizierter machen. Aber es kann sein, dass ich etwas falsch geschrieben oder interpretiert habe. Keiner ist fehlerlos. Darum bitte ich solche Hinweise zu melden an: hb9trt(ät)hb9qt.ch.

 

D-Star Rechner

Es gibt auf dem Netz eine Seite, auf der man Netzwerkbeziehungen berechnen kann. Ob das viel einfacher ist damit, das sei dahingestellt. Aber es gibt da auch Informationen über die Repeater und deren Module (A, B, C..) und Frequenzen. Das kann hilfreich sein. Einfach ausprobieren und dann für sich selber entscheiden ob das Tool etwas taugt. Zu finden ist der D-Star Calculator hier.


Handbuch D-Star

Am Ende dieses Artikels kann ein D-Star Handbuch heruntergeladen werden. Darin sind sehr viele Informationen zu D-Star zu finden. Das System wird erklärt sowie Zusätze und Tools. Auch viele Links auf weiterführende Webseiten. Ein Werk dass sich lohnt zu lesen.

 

HB9TRT, 17. März 2010

Anlagen:
Diese Datei herunterladen (D-STAR-Handbuch-Teil1.pdf)D-STAR-Handbuch-Teil1.pdf[Deutsches D-Star Handbuch, Teil 1]810 Kb
Diese Datei herunterladen (D-STAR-Handbuch-Teil2.pdf)D-STAR-Handbuch-Teil2.pdf[Deutsches D-Star Handbuch, Teil 2]1758 Kb
 
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